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Die Bergwacht Schotten - Wanderer retten, die Natur bewahren

Die Bergwacht Schotten

Wanderer retten, die Natur bewahren

Die Idee wurde in einer geselligen Runde geboren: Mit der Aktion „Helden der Bergwacht“ sollten vor allem Kinder und Jugendliche für die Bergwacht Schotten begeistert werden. Ein Wochenende Held sein heißt: einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren, Spaß beim Geo-Caching und am Lagerfeuer zu haben und zum Schluss den Einsatzkräften bei einem Notfall zu assistieren. Rund 300 Schüler nahmen 2017 das Angebot der Bergwacht Schotten und der Jugendherberge am Hoherodskopf wahr. 

Der Bergwacht Schotten gehören fast 200 Mitglieder an. Das Thema Naturschutz ist neben der Rettung in Not geratener Bergtouristen eine Kernkompetenz. Zudem unterstützen die Mitglieder der Bergwacht Schotten den Rettungsdienst und übernehmen zahlreiche Aufgaben des DRK wie die Blutspende und den Sanitätsdienst. Die Bergwacht ist im Katastrophenschutz keiner festen Einheit zugeordnet, sondern Bestandteil verschiedener Einsatzgruppen.  

Im Vogelsberg gibt es Bannwälder, Moore und Basaltbrüche. In denen kann man zwar nicht klettern aber abstürzen. Der Vogelsberg, berichtet Bereitschaftsleiter Martin Caspari, sei in den vergangenen Jahren touristisch massiv erschlossen worden. Viele Wanderer würden die Weitläufigkeit des Vogelsberges unter- und ihre eigenen Kräfte überschätzen. Oft werden Spezialfahrzeuge wie die ATV, also speziell ausgestattete Quads oder eine Gebirgstrage benötigt, im Winter auch ein Motorschlitten und der Akia-Schlitten, um die Verletzten dann von Hand aus unwegsamem Gelände zu bergen und zum Rettungsfahrzeug zu transportieren.

Drei Skipisten und über 50 Kilometer Langlaufloipen erfordern eine Bereitschaft für die Winterrettung. Von Ende November bis Mitte März stehen jeweils vier bis fünf Ehrenamtliche der Bergwacht samstags und sonntags auf dem Hohenrodskopf auf Abruf bereit.

Die Höhenrettung und die Rettung aus der Luft gehören ebenfalls zum Aufgabenbereich. Das ist dann notwendig, wenn ein Patient von einem Ort gerettet werden muss, wo niemand zu Fuß hinkommt. Schickt die Landes- oder Bundespolizei einen Hubschrauber, helfen die Aktiven der Bergwacht, den Patienten mit dem Hubschrauber per Rettungswinde aufzunehmen. Ab und zu pflücken die Retter auch einen Gleitschirmflieger aus einem Baum. 

„Es ist ein Unterschied, ob du einen Patienten auf einem Sportplatz versorgst oder im Gelände Erste Hilfe leistet“, verdeutlicht Martin Caspari. Je nach Dauer zwischen Unfall und Auffinden, muss der Retter mit einer Unterkühlung, mit einem schwachen Kreislauf oder stärkeren Schmerzen des Gefundenen rechnen. Die Bergretter sind gerüstet: Es gibt über die Standard-Bergwachtausbildung weiterführende Zusatzqualifikationen. Ein spezielles Ausbildungsmodul ist die Bergwachtnotfallmedizin.

Jeder kann sich nach seinem favorisierten Schwerpunkt ausbilden lassen. „Die Ausbildung beinhaltet verschiedene Themenfelder und ist dadurch sehr attraktiv“, wirbt der Arzt.

Die Aktion „Helden der Bergwacht“ läuft seit vier Jahren sehr erfolgreich. Wenn die Schüler am letzten Tag den „gestürzten“ Mountainbiker finden, die Leitstelle alarmieren und den Rettungskräften zur Seite stehen, sind sie die Helden.