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Richtfest des Neubaus der DRK Senioren- und Pflegeeinrichtung "Über der Seeme"

Es sollte ein kleines, beschauliches Fest werden. Das klappte allerdings nicht. Denn das Interesse an der neuen Senioren- und Pflegeeinrichtung „Über der Seeme“ ist sehr groß. Zahlreiche Freunde, Mitarbeiter aus allen Bereichen des DRK Kreisverbands Büdingen, Vertreter der Stadt, Politiker und natürlich alle, die in irgendeiner Weise mit dem Bau zu tun haben, kamen zum Richtfest und feierten mit. Der Neubau ist zwar noch ein Rohbau, nimmt aber deutliche Konturen an. In einem guten Jahr ist der Umzug vom „Wilden Stein“ an den neuen Standort „Über der Seeme“ geplant.
Die Richtkrone schwebt über dem Gerüst, die drei Stockwerke stehen, die Stationsarbeiten sind beauftragt, die Elektroarbeiten sind fortgeschritten, der Dachdecker wird nun dämmen, die Fenster werden bald eingebaut. Architekt Thomas Georg lobte die Vertreter der anwesenden Firmen für ihre gute und pünktliche Arbeit. Und Bauleiterin Christine Bade. Sie sei der General auf der Baustelle. Dank ihres Einsatzes würde alles im Zeitplan sein.
Der Vorsitzende des DRK Kreisverbands e.V., Dr. Christian Günther, dankte vor allem den Pflegekräften für ihre unermüdliche Arbeit, bemängelte jedoch, dass die Pflegeberufe im deutschen Gesundheitswesen nicht angemessen gewürdigt werden würden. „Wir alle wollen, dass Angehörige ihres Berufsstandes zur Verfügung stehen, wenn wir selbst auf Hilfe angewiesen sind.“
Das neue Haus „Über der Seeme“ habe nun einen Platz gefunden, der es den Bewohnern ermögliche, ohne Überwindung von Höhenmetern die Stadtmitte zu erreichen. Dies schaffe auch Möglichkeiten für die noch mobilen Menschen, leichter am gesellschaftlichen und auch kulturellen Leben der Stadt teilzunehmen.
SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller äußerte sich begeistert von der vernünftigen Planung des Hauses. Bereits vor fünf Jahren war ihr bei einem Besuch am „Wilden Stein“ aufgefallen, wie umsichtig dort auch schwer an Demenz Erkrankte versorgt werden. „Das DRK leistet eine sehr gute und verantwortliche Arbeit.“ Auch sei in Berlin die Wichtigkeit von Non-Profit-Verbänden bewusst, die in die Pflege reinvestieren. „Ich darf den Büdingern und der Stadt Büdingen gratulieren, dass hier so eine Einrichtung zustande gekommen ist.“ Den Glückwünschen schloss sich Bürgermeister Erich Spamer an.
Auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Gelände entstehen 100 moderne Wohnungen für Senioren. Es gibt Wohngruppen für zwölf bis 16 Personen mit einem eigenen Tagesaufenthaltsraum und einer offenen Küche. Der große Gemeinschaftsraum dient sozusagen als eine Art Wohnzimmer. Alle Einzelzimmer haben rund 22 Quadratmeter, verfügen über ein Dusch-Bad und sind lichtdurchflutet. Auch die nach Norden ausgerichtet sind. Die Wohnetagen werden ansprechend, hell, modern und farblich abgestimmt gestaltet. Ein Garten ist vorgesehen, zudem eine Cafeteria mit Terrasse. Der neue Küchenbereich wird größer als am „Wilden Stein“. Denn das Team kocht täglich frisch für die Senioren in der stationären Pflege, der Tagespflege und für das „Essen auf Rädern“. Die psychosoziale Pflege und Betreuung orientiert sich an dem Hausgemeinschaftskonzept und personenzentrierten Ansatz nach Tom Kitwood. Der Sozialpsychologe richtete seinen Fokus nicht auf die Heilung der Demenz, sondern stellt die Einzigartigkeit der Person in den Vordergrund.