Entlastung für die Rettungskräfte

Die Rettungswagen des DRK Kreisverbandes Büdingen werden mit elektrischen Tragen ausgestattet. Auf dieser Weise werden die Rettungskräfte entlastet.
Noch steht die neue Fahrtrage im erst kürzlich umgesetzten Rettungswagen in der Fahrzeughalle des DRK Kreisverbandes in Büdingen. Nach und nach finden sich immer mehr Rettungskräfte dort ein, unterhalten sich. Sie warten darauf, dass es endlich losgeht. Nadine Siebers, Mitarbeiterin des Herstellers Stryker, wird die 18 Männer und Frauen gleich in die Funktionsweise und den Umgang mit der neuen elektrischen Trage einweisen. Gut anderthalb Stunden wird sie dafür brauchen und dabei zügig die Funktionen der neuen Power-PRO 2 erläutern. Gleichzeitig überprüft sie, ob die Trage einwandfrei funktioniert und beantwortet Fragen.
Praxisanleiter sowie weitere Rettungskräfte lernen den sicheren Umgang mit der neuen Trage. Anschließend geben sie ihr Wissen an die Kollegen weiter. Dass alle Mitarbeitenden vor dem ersten Einsatz eingewiesen werden, ist dabei keine freiwillige Maßnahme des Roten Kreuzes. André Hübsch, stellvertretender Rettungsdienstleiter des Verbandes, erläutert: „Wer die neue Trage im Einsatz nutzt, muss zuvor eine entsprechende Einweisung erhalten. Das schreibt das Medizinproduktegesetz vor.“
Die Power-PRO 2 soll Rettungskräfte vor allem bei körperlich belastenden Hebe- und Verladevorgängen unterstützen. Die Trage ist für Patientengewichte bis 318 Kilogramm ausgelegt. Über digitale Funktionen lassen sich Batteriestand, Gerätezustand und Standort überwachen.
Wie lange hält der Akku, möchte eine der Anwesenden wissen. „Etwa ein Jahr", antwortet Nadine Siebers. Rettungsdienstleiter Jens Grusdt kann sich einen trockenen Kommentar nicht verkneifen: „Wie beim Nokia 3210.“ Die Gruppe lacht.
Zum Schluss zeigen die Rettungskräfte, wo das Vorgängermodell manchmal nicht auf Anhieb einwandfrei gearbeitet hat. Nadine Siebers führt vor, wie das Problem gelöst oder umgangen werden kann. Ob sich am Ende alle technischen Funktionen im Rettungsdienstalltag bewähren, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Ein Vorteil steht für die Teilnehmenden freilich schon jetzt fest: die körperliche Belastung der Einsatzkräfte wird abnehmen. Gerade in einem Beruf, in dem Patientinnen und Patienten regelmäßig gehoben, getragen und transportiert werden müssen, ist das ein wichtiger Aspekt.
Foto: Nadine Siebers erläutert die Funktionen der Power-Pro 2. (Foto: Elke Kaltenschnee)